Schaupfade

An den Schauplätzen des antiken Gontia

Der vom Lions-Club Günzburg nachgebaute römische Grabtempel.

In Günzburg wurden im Lauf von mehr als 100 Jahren bedeutende archäologische Zeugnisse freigelegt. Die schönsten Objekte sind im Heimatmuseum in zeitgemäßer Form präsentiert. Nur oberirdisch ist fast nichts erhalten geblieben, da das Baumaterial der Ruinen in späteren Zeiten wieder verwendet wurde. Deshalb gibt ein archäologischer Schaupfad an insgesamt sechs Punkten Auskunft über das militärische und zivile Leben und den Totenkult. Lagepläne, Rekonstruktionszeichnungen, Abbildungen von Fundgegenständen und kompakte Erläuterungen machen das unter dem Boden Verborgene verständlich. Endpunkt des Rundgangs ist der Nachbau eines römischen Grabtempels (Bild). In der Tourist-Information gibt es ein Faltblatt, das neben einem Plan Kurztexte zu den sechs Stationen des Schaupfads enthält.

Gastlichkeit und Gerstensaft. In Günzburg.

Das Gasthaus zur Sonne im Jahr 1879; Lithographie von Joseph Anton Brenner.

Der Marktplatz war seit dem 15. Jahrhundert das wirtschaftliche Zentrum der Stadt. Als Kaiserin Maria Theresia im Jahr 1760 die Postroute Wien-Paris auch durch Günzburg führte, erhöhten sich das Verkehrsaufkommen auf dem Marktplatz und dadurch auch die Einnahmen an Pflasterzoll. Entsprechend stieg die Nachfrage nach Einkehrmöglichkeiten und Übernachtungsquartieren. 1796 gab es allein am Marktplatz 19 Wirtshäuser, davon 14 mit Brauerei. Hermann Bundschuh, Besitzer der "Münz-Brauerei", konnte alle Hauseigentümer dafür gewinnen, die Besucher und Bürger der Stadt mit Schildern an diese bemerkenswerten Zeiten zu erinnern. Unter seiner Federführung wurden im Jahr 2008 an den Vorderfronten aller 19 Anwesen farbenfrohe Wappenschilder (Ausführung: Vergolder und Fassmalerin Christine Viola) angebracht, deren Motive auf die ehemaligen und zum Teil noch bestehenden Wirtshäuser und Brauereien hinweisen. In der Tourist-Information erhalten Sie ein Faltblatt, das neben einem Plan Kurztexte zu den einzelnen Gasthäusern enthält.

Wasserkraft. In Günzburg

Die Spitalmühle um 1900

Vor Erfindung der Dampfmaschine und der Elektrizität war das Wasser (neben dem nur regional nutzbarem Wind) die einzig verfügbare Kraftquelle, wollte man nicht die Muskelkraft von Mensch oder Tier einsetzen. Wie wichtig das Wasser der Flüsse für Antriebszwecke schon in der römischen Antike war, zeigt der heute im Heimatmuseum ausgestellte Weihestein an den Gott Neptun. Die deutlich lesbare Inschrift lautet ergänzt und übersetzt: „Dem Neptun von den Müllern geweiht.“ Es gab demnach mehrere Mühlenbesitzer, die dem Gott allen Wassers diesen Altar stifteten und damit den immer richtigen Wasserstand erflehten. Wasserräder dienten noch bis ins frühe 20. Jahrhundert zum Antrieb von Mühlen, Schleifereien, Säge- und Hammerwerken, bis nach und nach die Turbine ihren Siegeszug antrat. An der Günz mit ihren Seitenarmen gab und gibt es eine ganze Reihe von Wasserkraftanlagen, die zeitweise nicht unerhebliche Auswirkung auf Wohlstand und Ansehen der Stadt hatten. Der Wasserschaupfad, zu dem in der Tourist-Information auch ein Faltblatt erhältlich ist, erschließt in sechs Stationen die unterschiedlichen Nutzungen der Wasserkraft der Günz in Geschichte und Gegenwart.