Ein langer Schatten

Einführung

Der KZ-Arzt Josef Mengele oder: Historisches Erbe – nicht immer angenehm

Günzburg hat eine, bezogen auf seine Größe, reiche Geschichte und wechselvolle Vergangenheit, und manches Detail und manches Bauwerk sind wissens- bzw. sehenswert. Das werden Sie beim Lesen der kurzen geschichtlichen Darstellung schon festgestellt haben, und es ist uns hoffentlich gelungen, Sie auf unsere römischen Funde, die Frauenkirche des Dominikus Zimmermann und unser schönes Stadtbild neugierig zu machen. Im Weiteren sind Sie nun auf einen Namen gestoßen, der Ihnen aus den Medien bekannt sein dürfte und der mit einem Link versehen ist. Nach einem kurzen Klick sind Sie hier angelangt, und es zeigt sich, daß historisches Erbe nicht nur angenehme, werbewirksame Seiten hat. Wie soll eine Stadt, noch dazu eine kleinere, mit der Tatsache umgehen, der Geburtsort des nachmaligen KZ-Arztes Josef Mengele zu sein?

Auf der einen Seite stehen die, denen die gesellschaftliche Aufarbeitung der NS-Zeit nicht weit genug geht; auf der anderen Seite jene, die über die Vergangenheit den Mantel des Schweigens gebreitet sehen wollen und die eine wiederkehrende Beschäftigung mit dem Thema eher als lästig empfinden. Zwischen diesen beiden Polen wird sich die öffentliche Diskussion immer bewegen – aber das ist ein Faktum, mit dem wir leben müssen. Man wird die Verfechter ersterer Ansicht nicht zufriedenstellen können, und letzteren das Wort zu reden, kommt für uns nicht in Frage. Offenheit ist deshalb das Prinzip, das die Stadt Günzburg hier als einzig gangbaren Weg ansah und ansieht. Wer auch immer diese Seite besucht, findet sowohl erste Informationen als auch Hinweise für eigene weiterführende Gedanken und Forschungen zu einer leidvollen Phase deutscher Geschichte.

„Niemand kann aus der Geschichte seines Volkes austreten. Man soll und darf die Vergangenheit nicht „auf sich beruhen lassen“, weil sie sonst auferstehen und zu neuer Gegenwart werden könnte.“
Jean Améry, 1975