Die digitale Zukunft der Großen Kreisstadt hat eine wichtige Hürde genommen und nimmt an Fahrt auf.
Das Glasfasernetz im Günzburger Stadtgebiet wird in den kommenden Jahren massiv ausgebaut. Die Basis hierfür bilden ein konsequentes Engagement der Stadt Günzburg, eine erfolgreiche interkommunale Zusammenarbeit und die Zusage staatlicher Fördermittel in Millionenhöhe. Gleichzeitig sorgen eigenwirtschaftliche Investitionen in den Ortsteilen Leinheim und Nornheim für eine zeitnahe Bereitstellung modernster Infrastruktur.
Um im harten Wettbewerb um die Bundesförderung nach der „Gigabitrichtlinie 2.0“ erfolgreich zu sein, hat die Stadt Günzburg gemeinsam mit mehreren Kommunen an einem Strang gezogen. Durch diese Zweckvereinbarung konnten wertvolle Scoringpunkte erzielt werden, die letztlich den Ausschlag für den positiven Bescheid gaben. Unter der Federführung der Stadt Aichach wird das interkommunale Projekt koordiniert. Der Lohn der Mühen: Im Januar dieses Jahres konnte in Berlin der offizielle Förderbescheid durch den Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung Dr. Karsten Wildberger übergeben werden.
Für das Stadtgebiet Günzburg bedeutet dieser Erfolg einen massiven Investitionsschub. Insgesamt wurden im Vorfeld rund 2.400 Adressen als förderfähig identifiziert. Die voraussichtlichen Gesamtkosten für das Günzburger Projekt belaufen sich auf etwa 14 Millionen Euro. Dank der kombinierten Förderung von Bund in Höhe von 50 Prozent und dem Freistaat Bayern in Höhe von 30 Prozent fließen rund 11,2 Millionen Euro an Fördermitteln in die Große Kreisstadt.
„Dieser Förderbescheid ist ein Meilenstein für unsere Stadtentwicklung“, sagt Günzburgs Oberbürgermeister Gerhard Jauernig. „Wir schaffen damit die technologische Basis für modernes Arbeiten, digitales Lernen und eine gesteigerte Lebensqualität in allen betroffenen Haushalten.“
Besonders erfreuliche Nachrichten gibt es für die Bürger in Leinheim und Nornheim. Hier wird die Infrastruktur früher modernisiert. Die Firma Fiberia GmbH wird in Kooperation mit der LEW TelNet GmbH ein Leerrohrnetz eigenwirtschaftlich errichten. Vorarbeiten hierzu wurden bereits geleistet, die Tiefbauarbeiten sollen bereits im Frühjahr 2026 starten und innerhalb von nur sechs bis acht Monaten abgeschlossen sein. Die LEW TelNet wird im Anschluss die Glasfaserdienste bereitstellen. Dieser eigenwirtschaftliche Ausbau in den beiden Ortsteilen reduziert den Eigenanteil der Stadt Günzburg um rund 500.000 Euro auf voraussichtlich 2,3 Millionen Euro.
Der aktuelle Fördererfolg ist das Ergebnis einer langjährigen Strategie Günzburgs, betont OB Jauernig. Bereits heute sind mehr als 60 Prozent aller Gebäude in Günzburg gigabitfähig versorgt. Alle fünf städtischen Schulstandorte verfügen zudem seit Herbst 2020 über direkte Glasfaseranschlüsse. Das Gewerbegebiet Donauried, das PEP-Areal und einige umliegende Privatadressen wurden in der Vergangenheit zu einem großen Teil erschlossen.
Nach dem positiven Förderbescheid nach der „Gigabitrichtlinie 2.0“ starten nun die nächsten Schritte zur Umsetzung des Projekts. Dazu zählen in den kommenden Monaten unter anderem die Vorbereitung der Ausschreibungsverfahren. Zudem werden die Bürger sowie die örtlichen Unternehmen frühzeitig über den Projektfortschritt und die geplanten Ausbauphasen informiert.
Mit diesem Großprojekt stärkt die Stadt Günzburg die digitale Wettbewerbsfähigkeit von Wirtschaft und Gesellschaft und sichert gleichwertige Lebensverhältnisse in der gesamten Stadt.