Verkehrsminister Christian Bernreiter überreichte die Urkunde an Oberbürgermeister Gerhard Jauernig und Vertreter der Stadtverwaltung
Großer Erfolg für die Mobilitätswende in Günzburg: Im Rahmen eines Festakts in der Münchner „Scholastika“ verlieh Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter der Großen Kreisstadt offiziell den Titel „Fahrradfreundliche Kommune in Bayern“. Besonders beeindruckend: Während Kommunen bis zu vier Jahre Zeit haben, um die strengen Kriterien des Prüfverfahrens zu erfüllen, gelang es Günzburg innerhalb von nur drei Jahren, die Expertenjury zu überzeugen.
Das Gremium bewertete unter anderem die bauliche Neugestaltung der Kreuzung Ichenhauser Straße/Krankenhausstraße sowie neue Serviceangebote wie die über die Stadt verteilten Fahrradservicestationen und Fahrradanlehnbügel als vorbildlich. Oberbürgermeister Gerhard Jauernig nahm die Auszeichnung gemeinsam mit Vertretern der Stadtverwaltung entgegen und sagte: „Dieser Titel ist eine Bestätigung für unseren Weg, Günzburg noch lebenswerter und sicherer zu machen. Eine attraktive Rad-Infrastruktur ist kein Selbstzweck, sondern ein Baustein für moderne Mobilität direkt vor unserer Haustür.“
Die Auszeichnung basiert auf einem einheitlichen Kriterienkatalog, der neben der Infrastruktur auch Service und Kommunikation bewertet. Positiv hervorgehoben für Günzburg wurden neben den Reparaturworkshops in Kooperation mit der Volkshochschule auch bürgernahe Kampagnen wie die „Brezeltütenaktion“ zur Eröffnung der ersten Fahrradstraße und die vielfältige Öffentlichkeitsarbeit.
Günzburgs Stadtbaumeister Georg Dietze hebt die strategische Infrastrukturplanung hervor und sagt: „Wir haben in den vergangenen Jahren gezielt an neuralgischen Punkten gearbeitet. Die Auszeichnung zeigt, dass wir mit der Kombination aus baulicher Sicherheit und funktionalen Details wie neuen Fahrradbügeln den richtigen Standard für die Zukunft setzen.“
Die Auszeichnung ist für die Stadt jedoch kein Grund, sich auszuruhen. Nach sieben Jahren steht eine Re-Zertifizierung an, bei der weitere Fortschritte nachgewiesen werden müssen.
Daniela Fischer, Radverkehrsbeauftragte der Stadt Günzburg, blickt motiviert nach vorne: „Der Titel ‚Fahrradfreundlich‘ ist für uns Verpflichtung und Ansporn zugleich. Wir werden das Netz weiter knüpfen und im engen Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern daran arbeiten, das Radfahren im Alltag noch selbstverständlicher zu machen.“
Die AGFK Bayern ist ein Netzwerk aus inzwischen 143 Städten, Gemeinden und Landkreisen, die mehr als acht Millionen Menschen vertreten. Ziel ist es, Synergien zu nutzen und den Radverkehr bayernweit durch Erfahrungsaustausch und gemeinsame Standards zu stärken. In München wurden neben Günzburg elf weitere Kommunen ausgezeichnet, insgesamt tragen den Titel „Fahrradfreundliche Kommune in Bayern“ damit inzwischen 90 Kommunen in Bayern. Fünf Kommunen erhielten zudem eine Re-Zertifizierungs-Urkunde und eine Stadt sowie ein Landkreis konnten als neue Mitgliedskommunen in den Verein aufgenommen werden.
Der bayerische Verkehrsminister Christian Bernreiter sagte in seiner Begrüßungsansprache: „Ein starker Radverkehr ist ein wichtiger Baustein für eine lebenswerte Heimat. Entscheidend ist dafür eine attraktive Infrastruktur. Die AGFK und ihre Kommunen leisten dabei einen wichtigen Beitrag: Zwölf Städte und Gemeinden werden heute neu ausgezeichnet. Ihr Engagement macht Radfahren in Bayern sicherer und attraktiver und ist ein Vorbild für ganz Bayern.“
Die Festveranstaltung ist einer der Höhepunkte im Vereinsjahr der AGFK Bayern, würdigt sie nicht nur Erreichtes, sondern motiviert für die weiteren Schritte in der Radverkehrsförderung. „Die heute ausgezeichneten Kommunen zeigen eindrucksvoll, wie erfolgreich Radverkehrsförderung sein kann, wenn Engagement, Fachwissen und Zusammenarbeit zusammenkommen“, so Robert Niedergesäß, Vorsitzender der AGFK Bayern in seinem Grußwort.