Die Kooperation „Nachhaltiges Günzburg“ heißt drei Bienenvölker in ihrem Sommerquartier willkommen.
Pünktlich zur Kern- und Steinobstblüte herrscht in Günzburg wieder reger Flugbetrieb: Die Initiative „Nachhaltiges Günzburg“ startet in ihr achtes Bienenjahr. Imker Wolfgang Heininger hat bereits im April drei Bienenvölker in ihr bewährtes Sommerquartier gebracht, wo sie nun für Bestäubung und erstklassigen Honig sorgen.
„Nachhaltiges Günzburg“ ist eine Kooperation der AOK Günzburg, der Sparkasse Schwaben-Bodensee und der Stadt Günzburg. Seit dem Projektstart im Jahr 2019 übernehmen alle drei Partner die Patenschaft für jeweils ein Bienenvolk. Die Tiere beziehen jeden Sommer ihr Quartier im Gebäude der Sparkasse Schwaben-Bodensee. Von dort aus leisten sie einen unverzichtbaren Beitrag für die Natur: Sie sichern volle Obstkörbe im Herbst und produzieren den beliebten lokalen Honig.
Zum achten Mal begrüßte Andreas Steinbacher, Vorstandsmitglied der Sparkasse Schwaben-Bodensee, die Gäste und betonte: „Mit diesem Projekt setzen wir nicht nur ein Zeichen für Umwelt und Artenvielfalt, sondern stärken auch die lokalen und regionalen Strukturen, indem wir Honig direkt vom Imker, über Hof- und Dorfläden oder auch in der Regionaltheke im Supermarkt kaufen. Denn die Erzeugung von heimischem Obst und Säften ist nur durch die Bestäubungsleistung der Bienen möglich. Wir können daher allen Unternehmen nur empfehlen, eine lokale Bienenpatenschaft zu übernehmen.“
Neben der ökologischen Bedeutung steht auch der gesundheitliche Aspekt im Fokus. AOK-Direktor Bernd Mayer hob die Qualität des Lebensmittels hervor: „Auch Honig sollte bewusst und in Maßen genossen werden, da er – wie alle süßen Lebensmittel – einen hohen Zuckergehalt aufweist. Dennoch bietet er im Vergleich zu reinem Haushaltszucker einen Mehrwert: Neben seiner natürlichen Süße enthält Honig wertvolle Inhaltsstoffe wie Mineralstoffe, Vitamine und Enzyme. Damit ist er eine bessere Alternative, wenn es um das Süßen von Speisen und Getränken geht.“
„Der Günzburger Stadthonig ist schon ein ganz besonderer Honig“, erklärt Imker Heininger. „Er schmeckt deutlich intensiver, vermutlich aufgrund der Vielfalt an blühenden Bäumen, Sträuchern und Stauden, die von den Bienen von ihrem Sommerquartier aus aufgesucht werden können.“
Für die Stadt Günzburg ist dies Bestätigung und Ansporn zugleich. Christine Hengeler, verantwortlich für das Projekt „StadtGrün naturnah“, sieht darin eine klare Aufgabe: „Grund genug, dass wir unseren Standard bei Bepflanzung und Pflege der öffentlichen Grünflächen möglichst naturnah weiterentwickeln. Eine hohe Artenvielfalt mit insektenfreundlichen Pflanzen auf den städtischen Grünflächen ist Augenweide für uns Menschen und Bienenweide zugleich.“
Info:
Neben der Varroamilbe werden Honigbienen aktuell durch die Ausbreitung der asiatischen Hornisse bedroht, die sich seit 2022 in Bayern ausbreitet und vorwiegend Honigbienen als Beute jagt, aber auch Obstkulturen schädigt. Von der geschützten Europäischen Hornisse ist sie an ihrer schwarzen Grundfärbung (dunkle Kopfoberseite, ein größerer oranger Streifen am Hinterleib) zu unterscheiden. Auch baut sie ihr Nest weitgehend meist freihängend in Baumkronen, nicht in Hohlräumen wie die europäische Hornisse oder Wespen. Das Nest ist unten geschlossen, der Eingang ist seitlich. Das Nest der heimischen Hornisse ist unten weit offen. Eine Meldeplattform für Vorkommen der asiatischen Hornisse sowie Informationen gibt es bei der Bayerischen Landesanstalt für Wein- und Gartenbau unter www.beewarned.de.