Klimaschutz. In Günzburg.

Machen sich gemeinsam Gedanken über die Weiterentwicklung des Klimaschutzkonzepts in Günzburg: Oberbürgermeister Gerhard Jauernig und Klimaschutzmanager Roman Holl. Foto: Julia Ehrlich / Stadt Günzburg
Machen sich gemeinsam Gedanken über die Weiterentwicklung des Klimaschutzkonzepts in Günzburg: Oberbürgermeister Gerhard Jauernig und Klimaschutzmanager Roman Holl. Foto: Julia Ehrlich / Stadt Günzburg

2013 entwickeltes Konzept wird fortgeschrieben

Klimaschutz ist derzeit wohl eines der Themen, das weltweit die meisten Emotionen hervorruft. In Günzburg wird seit vielen Jahren an dem Ziel gearbeitet, als Kommune einen aktiven und erfolgreichen Beitrag zum Schutz des Klimas zu leisten. Wie Oberbürgermeister Gerhard Jauernig ausführt, habe der Stadtrat bereits 2013 einstimmig ein von der Verwaltung erarbeitetes Klimaschutzkonzept verabschiedet. Wie es weitergeht.

Die Stadt achtet sowohl bei eigenen als auch bei privaten Neubauten vehement auf die Energieeffizienz der Objekte. Kommunale Investitionen, wie der Neubau der Bruno-Merk-Sporthalle oder die Grundschule Süd-Ost, werden auf Passivhaus-Standard ausgerichtet. Durch niedrigsten Energieverbrauch werden dadurch in Günzburg Heiz- und Stromkosten eingespart und Treibhausgase reduziert. In diesem Kontext nennt der Oberbürgermeister auch die vor wenigen Monaten fertiggestellte Generalsanierung der Herrenwaldhalle in Reisensburg. Der CO2-Ausstoß konnte durch die Sanierungsmaßnahme um 80 Prozent gesenkt werden, so Jauernig. Im gleichen Kontext ging der Bedarf an Energie zurück. Durch dieses Ergebnis wurde eine Förderung von über 200.000 Euro aus Bundesmitteln möglich.

Koordiniert und begleitet werden die städtischen Maßnahmen, zu denen auch die Beratung von Bauherren gehört, durch einen eigenen Klimaschutzmanager. Roman Holl, der seit knapp vier Jahren diese Aufgabe wahrnimmt, organisiert einmal im Monat mit der Verbraucherzentrale Bayern eine kostenfreie Energieberatung im Rathaus. Alle wichtigen Informationen zu Sanierungs- und Energieeffizienzmaßnahmen sowie Fördermöglichkeiten hält der Klimaschutzmanager für interessierte Bürger bereit. Damit aber nicht genug: die Stadt selbst unterstützt sanierungswillige Bürger mit einem eigens aufgelegten kommunalen Förderprogramm. Neben klassischen Sanierungsmaßnahmen der Gebäudehülle werden dabei auch Maßnahmen im Bereich der Haustechnik, wie der Austausch von Heizungen oder der Einbau einer Regenwassernutzungsanlage sowie der Neubau im Passivhausstandard gefördert, so Holl.

„Als Christ kann man nicht ewig von der Bewahrung der Schöpfung sprechen, ohne auch etwas dafür zu tun. Dies gilt auch für Städte und Gemeinden“, sagt Oberbürgermeister Gerhard Jauernig. Neben der Energiewende im Gebäudebereich liegt nach Auffassung des Oberbürgermeisters eine der größten Herausforderungen der nahen Zukunft darin, eine sozialgerechte und für das flache Land erfolgreiche Weiterentwicklung der Mobilität zu schaffen. Günzburg stellt sich dieser Herausforderung. Als erste Stadt im Landkreis und eine der wenigen in Schwaben wurde hierzu unter Beteiligung heimischer Unternehmen ein Ladeinfrastrukturkonzept erarbeitet, durch das die E-Mobilität in Günzburg in Schwung kommen soll. Mit aktuell 17 Elektro-Ladestationen, zwei davon sind sogenannte Schnellladesäulen, liegt die Kreisstadt weit vorne im Vergleich mit anderen schwäbischen Kommunen.

Die Stadt, so Jauernig, möchte aber nicht allein auf E-Mobilität setzen. Zu einer erfolgreichen Verkehrswende gehört es sämtliche Verkehrsarten neu auszurichten und neue Formen des Miteinanders anzubieten. Bereits im kommenden Jahr soll es in Günzburg ein Carsharing-Angebot geben. Unabhängig davon möchte die Stadt mit Vollgas daran arbeiten ein Alleinstellungsmerkmal als Fahrradstadt zu bekommen. Erste Konzepte und Ideen sollen bereits 2020 gemeinsam mit dem ADFC und Vertretern des Stadtrates eruiert und bewertet werden.

Dass die Stadt auf dem richtigen Weg ist, belegt im Übrigen auch eine Auszeichnung. Vor zwei Jahren wurde Günzburg mit dem „European Energy Award“ in Silber ausgezeichnet - ein Energie—und Umweltauditverfahren für Kommunen, welches dem Erreichen von Energie und Klimaschutzzielen dient.