Plastikmüll soll aus der Stadt verschwinden

Einweggeschirr ist bei öffentlichen Veranstaltungen der Stadt Günzburg bereits verboten. Vereine und Schulen, die oftmals Standbetreiber sind, setzen diese Regeln (hier an der Altstadtweihnacht) auch um. Foto: Julia Ehrlich/ Stadt Günzburg
Einweggeschirr ist bei öffentlichen Veranstaltungen der Stadt Günzburg bereits verboten. Vereine und Schulen, die oftmals Standbetreiber sind, setzen diese Regeln (hier an der Altstadtweihnacht) auch um. Foto: Julia Ehrlich/ Stadt Günzburg
Mitarbeiter der Stadtverwaltung testen bereits Mehrwegbecher, die die „Bring’s mit“-Kampagne begleiten sollen. Foto: Georgine Fäßler/ Stadt Günzburg
Mitarbeiter der Stadtverwaltung testen bereits Mehrwegbecher, die die „Bring’s mit“-Kampagne begleiten sollen. Foto: Georgine Fäßler/ Stadt Günzburg

„Bring’s mit“-Kampagne reduziert Plastikverpackungen und To-go-Becher. Stadt Günzburg arbeitet mit Gewerbe und Gastronomie zusammen

Im Herbst beauftragte Oberbürgermeister Gerhard Jauernig die Stadtverwaltung eine Konzeption auszuarbeiten, wie bei zukünftigen Veranstaltungen der Einsatz von Kunststoffen ausgeschlossen und wie die Öffentlichkeit weiter für das Thema sensibilisiert werden kann. Eine „Bring’s mit“-Kampagne macht in Kürze den Auftakt dazu. Lob gibt es für die Günzburger Vereine und Schulen, die während des Guntiafests oder der Altstadtweihnacht bereits Mehrweggeschirr benutzen.

Ein großes Problem für die Umwelt ist der hohe Plastikverbrauch, bzw. die Überreste, die unerlaubt in der Natur landen oder gar in den Lungen der Erde, den Meeren. „Das bedeutet, wir müssen einerseits den Plastikverbrauch insgesamt senken und andererseits die Menschen mobilisieren, ihren Müll ordnungsgemäß zu entsorgen. Umweltschutz fängt immer vor der eigenen Haustüre mit dem eigenen Verhalten und dem eigenen Konsum an“, erklärt Oberbürgermeister Jauernig. Er freue sich über die wachsende Bereitschaft der Bevölkerung, den Plastikverbrauch zu überdenken. „Natürlich ist das auch bei uns in Günzburg ein Lernprozess, aber wir wollen ihn gemeinsam Schritt für Schritt gehen“, so Jauernig.

Bei städtischen Veranstaltungen ist Einweggeschirr bereits verboten. Beim Guntiafest, Volksfest und der Altstadtweihnacht wird in den Zulassungsbedingungen Mehrweggeschirr und Besteck gefordert und auch eingesetzt. „Unsere Schulen und Vereine geben sich hier viel Mühe, was ich an dieser Stelle loben möchte“, sagt Oberbürgermeister Jauernig. In Einzelfällen kann ein Einsatz von Einweggeschirr aus Pappe oder nachwachsenden Rohstoffen nicht vermieden werden. Hier muss der Betreiber dann allerdings mit einem spürbaren Pfandbetrag arbeiten. So kann wenigstens eine geordnete Entsorgung sichergestellt werden. Am schwierigsten ist das Handling bei Jahrmärkten und beim Nikolausmarkt. Aufgrund der kurzen Marktdauer und auch aus logistischen Gründen ist hier ein generelles Mehrweggebot schwierig umsetzbar. Beim Nikolausmarkt wird von Fall zu Fall mit dem Standbetreiber eine Regelung gefunden, Plastikgeschirr wird stets ausgeschlossen. Beim Streetfood Festival wurden für dieses Jahr die Regelungen verschärft und gemeinsam mit dem Betreiber nach Lösungen gesucht. Mindestens zwei Trucks werden Porzellangeschirr einsetzen und dies im städtischen Spülmobil waschen. Ansonsten gibt es ein Plastikverbot. Sollten essbare Schälchen nicht funktionieren, darf mit „umweltfreundlicherem“ Einweggeschirr gearbeitet werden. Oftmals reicht schon eine Serviette aus.

Dagegen wird in den nächsten Monaten neu, seinen mitgebrachten Becher im Stadtgebiet mit Heißgetränken befüllen lassen zu können. Bisher ist das nur sehr vereinzelt möglich. Die umweltschädlichen To-go-Becher haben dann in Günzburg keinen Platz mehr. Hierfür kann man bei der Tourist-Information einen Porzellan- oder Thermobecher erwerben.

Selbstverständlich funktioniert das Befüllen auch mit jedem anderen sauberen Mehrwegbecher. Die Günzburger Cafés, die Heißgetränke zum Mitnehmen verkaufen, wurden bereits angeschrieben und zum Mitmachen eingeladen. Die Resonanz ist sehr positiv. Die Stadtverwaltung bereitet zudem einen Informationsabend zum Thema vor. Anschließend werden die Teilnehmer veröffentlicht - ein Aufkleber sowie weiteres Informationsmaterial wird sie auszeichnen. Doch mit den Bechern soll nicht Schluss sein. Ziel ist es, dass auch andere Lebensmittel, wie z.B. Wurst, in mitgebrachten Behältnissen gekauft werden können.

Bei den Sitzungen im Rathaus gab es ebenfalls eine Veränderung: statt den Tassen eine plastikverpackte Portion Kaffeesahne beizulegen steht es jetzt eine Glasflasche mit Metallverschluss auf dem Tisch.