Städtepartnerschaft besiegelt

Ob Jauernig unterschreibt in Sternberk Partnerschaftsvertrag

Die Städtepartnerschaft mit Sternberk im Sitka-Tal in Tschechien ist besiegelt: Nachdem am 16. September der deutschsprachige Partnerschaftsvertrag im Günzburger Rathaus unterzeichnet wurde, reisten Oberbürgermeister Gerhard Jauernig sowie Vertreterinnen und Vertretern des Stadtrats, der Verwaltung und des Heimatvereins Sternberk nun in die mährische 13.800-Einwohner-Stadt, um die Partnerschaft zu bestätigen. Neben der offiziellen Vertragsunterzeichnung war die Eröffnung einer großen Dauerausstellung zum Thema „Zeit“ ein weiterer Höhepunkt des Aufenthalts.

Gleich am Ankunftstag setzten die beiden Stadtoberhäupter Jaromir Sedlak und Gerhard Jauernig ihre Unterschriften unter den tschechischen Text der Urkunde. Der Vertragstext beruht auf einer Empfehlung des Rates der Gemeinden und Regionen Europas. In der hinzugefügten Präambel wird auf die Rolle der Bürgervereinigung zur Vertiefung der tschechisch-deutschen Beziehungen Sternberk und des Heimatvereins Sternberg/Mähren mit Sitz in Günzburg eingegangen. Die von einem Bläserensemble umrahmte Zeremonie fand im Rittersaal der vorbildlich sanierten Burg Sternberk statt. Mit dabei waren Repräsentanten der verschiedenen städtischen Gremien und Einrichtungen sowie die Günzburger Delegation, an der die Stadträte Peter Lang, Heinrich Pirschle und Manfred Proksch, die Schriftführerin im Heimatverein Sternberg/Mähren, Inge Hartl, sowie Armin Endres und Stadtarchivar Walter Grabert von der Stadt Günzburg teilnahmen.

Tag Zwei des Tschechienbesuchs begann mit einer Begrüßung im großen Empfangssaal des Sternberker Rathauses, dem sich zunächst der Besuch eines Kindergartens sowie einer Grund- und Hauptschule anschloss. Die Schulrektorin und ihr Stellvertreter führten durch das moderne Gebäude, präsentierten die zeitgemäße Ausstattung und berichteten über die seit mehreren Jahren laufenden Austauschprogramme mit den bereits bestehenden Partnerstädten Sternberks.

Zudem besuchte die Günzburger Delegation zusammen mit Sternberker Stadtvertretern ein Mahnmal, das an die im Zuge der Vertreibung der deutschen Bevölkerung ums Leben gekommenen Menschen erinnert. Das Mahnmal wurde bereits im vergangenen Jahr von Vertretern beider Städte enthüllt. Beim Besuch der würdevollen Gedenkstätte legten Stadtvertreter und Delegation Buketts mit Schleifen nieder. Sehr beeindruckt zeigte sich die Günzburger Delegation vom „Vinzentinum“, einer großzügigen Einrichtung zur Betreuung geistig behinderter Menschen. Die dort wohnenden Patienten werden in den Verrichtungen des Alltagslebens geschult, sodass sie in Wohngemeinschaften zusammenleben und einfache Tätigkeiten selbständig ausführen können. Die Produktion von Grußkarten, Deko-Artikeln und Modeschmuck wird bei Wohltätigkeitsbasaren verkauft.

Im Jahr 2010 nahm die Stadt Sternberk außerdem ein neu gebautes „Mutter-und-Kind-Haus“ in Betrieb. Die Bewohnerinnen gestatteten der Delegation einen Einblick in ihr Lebensumfeld und die Leiterin des Hauses informierte über die Bemühungen, die familiäre Situation der Betroffenen innerhalb eines Jahres, der Höchstdauer des Aufenthalts, zu klären und zu verbessern.

Bei einem „Tschechischen Freundschaftsabend“ lernten die Besucher aus Günzburg schließlich die regionalen Trachten und die typische Musik kennen und durften die mährische Küche in all ihren Variationen verkosten. Oberbürgermeister Jauernig und die Günzburger Delegation bedankten sich mit einem leuchtend gelb-schwarzen Wegweiser, auf dem in großen Lettern „Günzburg 766 km“ prangt. Bürgermeister Sedlak zeigte sich sichtlich erfreut, hatte er doch erst wenige Stunden zuvor davon gesprochen, in nächster Zeit alle Partnerstädte Sternberks an zentraler Stelle im Stadtgebiet zu „verewigen“.

Info: Weiter Bilder zum Besuch in Sternberk finden Sie in den Bildergalerien der städtischen Homepage (www.guenzburg.de) unter der Rubrik „Aktuelles“ im Navigationspunkt „Bilder“.