OB Jauernig: „Mit Zebrano wurde eine Marke kreiert“

Bei einem Besuch in der Schreinerei Zebrano informierte Geschäftsführer Hans Riemenschneider (links) Oberbürgermeister Gerhard Jauernig über das weite Tätigkeitsfeld der Schreinerei. Foto: Sabrina Schmidt/ Stadt Günzburg.

Rathauschef gratuliert Schreinerei Zebrano zum Firmenjubiläum

Als Hans Riemenschneider 1994 gemeinsam mit einem Partner im Ortsteil Wasserburg die Schreinerei von seinem damaligen Chef übernahm, konnte er die positive Entwicklung seines Unternehmens nur prognostizieren. Heute, zwanzig Jahre nach dem Start, hat sich die Schreinerei zu einem erfolgreichen Spezialisten im Innenausbau entwickelt, der deutschlandweit tätig ist und sogar Auftraggeber aus Neuseeland und Zypern zu seinen Kunden zählen durfte. Bei einem Besuch der Schreinerei, die im letzten Jahr ihr 20jähriges Bestehen feierte, hat Oberbürgermeister Gerhard Jauernig einen Einblick in das Tätigkeitsfeld des Handwerksbetriebs erhalten.

Während in der Anfangsphase der Unternehmensgründung vor allem Privatpersonen zu den Kunden der Schreinerei zählten, sind heute überwiegend Firmenkunden die Auftraggeber des Handwerksbetriebes. Namhafte Marken im Einzelhandel zählen ebenso zu den Stammkunden der Schreinerei Zebrano wie örtliche und regional bedeutende Firmen. Inzwischen beschäftigt der Handwerksbetrieb rund 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon auch mehrere Auszubildende.

Die Palette an Dienstleistungen und Produkten reicht von Büroeinrichtungen und Einrichtungskonzepte für Gastronomie und Hotellerie, über Ladenbau und Messedesign bis hin zu ganzen Stadionausstattungen wie zuletzt für das neue Fußballstadion in Heidenheim und Sandhausen, sowie einige Logen beim FC Augsburg. Dabei legt der Firmenchef vor allem Wert auf hochwertige Qualität, Fachkompetenz und einen hohen Dienstleistungsgrad. Speziell Maßanfertigungen mit neuen Materialien und ungewöhnlichen Hölzern führe das Unternehmen aus, so Riemenschneider.

Besonders wichtig ist ihm dabei der persönliche Kontakt mit den Kunden, um deren Vorstellungen im Gespräch zu erfahren und perfekte Lösungen zu entwickeln. „Wir betreuen unsere Kunden von der ersten Idee bis hin zur Ausführung“, erklärt der Geschäftsführer und Handwerksmeister.

Neben der Schreinerei Zebrano ist Hans Riemenschneider auch noch Inhaber einer Cafébar gleichen Namens, seit drei Jahren geführt von seiner Betriebsleiterin Gabi Beer. „Damit habe ich mir einen Jugendtraum erfüllt, ich wollte schon immer eine Bar betreiben“, verrät der Firmenchef. Bereits vor zehn Jahren hatte er ein denkmalgeschütztes Haus direkt am Bürgermeister-Landmann-Platz erworben und vorbildlich renoviert und umgebaut. Seither werden dort leckere Kaffeespezialitäten und Getränke und zur Mittagszeit wechselnde Pastagerichte serviert.

Bei einem Rundgang durch die Schreinerei lobte der OB den unternehmerischen Weitblick des Handwerksmeisters. Riemenschneider habe seine Schreinerei nicht nur kontinuierlich vergrößert und technisiert, sondern mit Fachpersonal wie etwa einer eigenen Innenarchitektin und einem Lichtplaner frühzeitig dafür gesorgt, jeden Kundenwunsch erfüllen zu können. „Es ist eine beachtliche Leistung, eine Marke zu kreieren, die nicht nur die Zeit überdauert, sondern auch international erfolgreich operiert“, so Jauernig. Für ihn sei die Schreinerei Zebrano „ein Inbegriff für moderne und funktionale Architektur mit Wohlfühlcharakter“.

Doch selbst wenn die Aufträge vom anderen Ende der Welt bei Hans Riemenschneider auf den Tisch flattern: Der gebürtige Günzburger sieht sich dem Standort Günzburg verpflichtet. „Mir ist die Zusammenarbeit mit regionalen Lieferanten und Handwerkern sehr wichtig.“ Ein belastbares Netzwerk aus Profis der unterschiedlichsten Branchen sei Voraussetzung für unternehmerischen Erfolg, betont Riemenschneider. Auch die Nähe zu seinen Stammkunden am Standort und in der Region ist dem Schreinermeister wichtig.

„Dieses klare Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort Günzburg begrüße ich außerordentlich“, betonte der OB. Für Günzburg seien leistungsstarke und wettbewerbsfähige Unternehmen von großer Bedeutung. „Die wirtschaftliche Entwicklung Günzburgs wird von Unternehmen getragen, die sich dank einer hohen Wettbewerbsfähigkeit auf den Märkten behaupten können.“

Während der Firmenbesichtigung erklärt Riemenschneider dann auch, was es mit dem Namen der Schreinerei auf sich hat. „Zebrano ist eine westafrikanische Holzart, dessen Maserung hell-dunkel gestreift ist. Der Name passt deshalb so gut zu uns, weil er in unserer Region als Marke modernen Livestyle vermittelt, wie es noch bis vor ein paar Jahren in unserem damaligen Ladengeschäft zu sehen war.“

Ein zukünftiges Problem der Branche stelle der fehlende Nachwuchs dar, erklärt der Handwerksmeister. Zwar sei die Schreinerei seit vielen Jahren ein anerkannter Ausbildungsbetrieb, in dem bereits fast 50 Jugendliche ihre Lehre absolviert haben, doch allgemein sei das Interesse an handwerklichen Berufen rückläufig, so Riemenschneider. „Dabei gibt es gerade im Handwerk so viele Möglichkeiten, sich selbst zu verwirklichen.“ Auch Oberbürgermeister Gerhard Jauernig betonte, dass gerade eine Ausbildung im Handwerk viele Chancen mit sich bringt: „Nach einer abgeschlossenen Handwerkslehre gibt es viele Möglichkeiten der Weiterbildung und Weiterqualifikation“, so der Rathauschef.