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Bewerbung für Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) im September 2026

Rahmenbedingungen:

  • Führerschein nicht erforderlich
  • Unterkunft ausbezahlt
  • Verpflegung ausbezahlt
  • Volljährigkeit
  • gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift
     

Ort
Schloßplatz 1, 89312 Günzburg

Träger
BDKJ

Tätigkeitsfelder

  • Büro & Organsiation
  • Print- & Soziale Medien
  • Projektarbeit
  • Veranstaltungsplanung & -durchführung
  • Praktischer Natur- und Umweltschutz
  • Praktische Arbeit im Wald

Weitere Infos:

  • Unterstützung bei der Planung, Durchführung und Nachbereitung Veranstaltungen im Bereich Klima- und Umweltschutz, wie z.B. Repair Café, FairTrade-Stadt, Erneuerbare Energien, Umsetzung der Wärmeplanung
  • Mitarbeit bei der Öffentlichkeitsarbeit (Print- und Soziale Medien)
  • Unterstützung bei der Erstellung und Pflege des Baumkatasters
  • Hilfe beim Aufbau des Grünkatasters
  • Hilfe bei der Strauchpflege, sowie der Anlage und der Pflege von bienen-/insektenfreundlichen Wiesen und Grünanlagen
  • Waldarbeit (Kartierungen, Planzungen, etc.)
  • u.v.a.m.

Interesse? Interessierte für ein bezahltes FÖJ können sich bei der Ansprechpartnerin der Stadt Günzburg – Klimaschutzmanagerin Daniela Fischer – unter der Telefonnummer 08221/903-189 oder per Mail an klima@delete-me.rathaus.guenzburg.de wenden.

Fernsehbeitrag des BR vom 3. Juni 2026:

Die städtische FÖJ-lerin wurde von einem Fernsehteam des BRs an einem ihrer Arbeitstage begleitet und ein knapp dreiminütiger Beitrag ausgestrahlt.
Fernsehbeitrag_BR_FÖJ_bei_der_Stadt_Günzburg

Praktische Arbeiten im Wald und im Büro vereint das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) bei der Stadt Günzburg. Foto: Shabeer Ali/Pixabay

Praktische Arbeiten im Wald und im Büro vereint das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) bei der Stadt Günzburg. Foto: Shabeer Ali/Pixabay


Freiwilliges Ökologisches Jahr - Blogeintrag

Abschlussblog: Ein Jahr zwischen Wald, Wiesen und Wachstum

Kaum zu glauben, dass mein Freiwilliges Ökologisches Jahr nun vorbei ist. Wenn ich heute auf die vergangenen Monate zurückblicke, wird mir erst richtig bewusst, wie viel ich in diesem Jahr erleben durfte. Unzählige Begegnungen, spannende Projekte, neue Herausforderungen und unglaublich viele Erfahrungen haben dieses Jahr geprägt. Ich habe nicht nur fachlich viel gelernt, sondern mich auch persönlich weiterentwickelt.

Zurückblicken, Abschied nehmen und neue Wege gehen

Im Abschlussseminar blickten wir während verschiedener Reflexionsrunden auf unsere persönliche Reise durch das FÖJ zurück. Es war spannend zu sehen, wie unterschiedlich sich jeder entwickelt hat und welche Erfahrungen jeder Einzelne sammeln konnte. Obwohl wir alle mit ganz unterschiedlichen Persönlichkeiten, Interessen und Erwartungen in dieses Jahr gestartet sind, haben wir gemeinsam ein ganzes Stück unseres Lebens verbracht und sind dabei als Gruppe zusammengewachsen. Besonders schön war es zu sehen, welchen Weg nun jeder Einzelne nach dem FÖJ einschlägt. Einige beginnen eine Ausbildung, andere ein Studium; doch alle sammeln neue Erfahrungen an ganz unterschiedlichen Orten.

Emotional wurde es, als wir gemeinsam ein Rückblicksvideo anschauten, das eine Mit-FÖJ-lerin zusammengestellt hatte. Es war voll mit Fotos und Videos aus den Seminaren. Viele schöne und witzige Erinnerungen kamen dabei noch einmal hoch und ließen uns bereits während des Seminars in Nostalgie fallen. Auch wenn es schade ist, dass diese besondere Zeit nun vorbei ist, bin ich unglaublich dankbar für all die Menschen, die ich kennenlernen durfte. Die Erinnerungen an unser gemeinsames Jahr werden mich noch lange begleiten.

Den Wald mit neuen Augen sehen

Auch in den letzten Monaten meines FÖJs durfte ich wieder viele interessante Einblicke in die Arbeit des Forstbereichs erhalten. Bei mehreren Vor-Ort-Terminen begutachteten wir erkrankte Bäume, bewerteten deren Zustand und besprachen notwendige Maßnahmen. Außerdem konnte ich den Neubau und die Weiterentwicklung von Forstwegen sowie den Einbau von Wasserdurchlässen begleiten. Zusätzlich erhielt ich Einblicke in organisatorische Aufgaben, indem ich Angebote für Ausgleichsflächen und deren Pflege berechnete. Ein weiterer wichtiger Bereich war die Arbeitssicherheit: Bei Besprechungen zu Gefährdungsbeurteilungen im Forst beschäftigten wir uns mit sicheren Arbeitsabläufen und dem Schutz der Mitarbeitenden Besonders spannend war es, einen Tag lang die Arbeit von Baumkletterern zu begleiten.

Kürzlich durfte ich den Förster und Kollegen aus der Stabsstelle Grün einen Tag nach Herrenberg begleiten. Dort besichtigten wir mit zwei dort zuständigen Förstern eine Waldweide mit Galloway-Rindern und naturschutzfachlich wertvollen Waldstrukturen.

Zum Wald hatte ich immer einen besonderen Bezug und habe dort schon früher viel Zeit verbracht. Durch mein FÖJ durfte ich ihn jedoch aus einer völlig neuen Perspektive kennenlernen. Die Einblicke in die Pflege und Bewirtschaftung haben mir gezeigt, wie viel Wissen und Verantwortung hinter vielen Maßnahmen stecken, die für Außenstehende oft gar nicht nachvollziehbar sind. Seitdem gehe ich mit einem ganz anderen Blick durch den Wald.

Stadtgrün erhalten und gestalten

In der Gärtnerei standen wieder viele abwechslungsreiche Aufgaben auf dem Programm. Unter anderem kontrollierten wir Bäume auf Eichenprozessionsspinner, um mögliche Gefahren frühzeitig zu erkennen. Außerdem unterstützte ich die Stabilisierung junger Bäume, war bei der Ansaat neuer Grünflächen beteiligt und half bei der Sicherstellung der Verkehrssicherheit. Dazu gehörten sowohl Heckenschnitte als auch Kronenschnitte, um Wege und Straßen sicher zu halten.

Durch die extreme Trockenheit waren wir in den letzten Wochen ausgelastet mit dem Gießen von Sommerbepflanzungen und Pflanztrögen. Überwindung hat es mich definitiv gekostet, doch in meiner letzten Woche habe ich mich getraut, selbst mit dem Gieß-Planenwagen im Stadtverkehr zu fahren. Etwas, das ich mir zu Beginn meines FÖJs mit einem so großen Wagen noch lange nicht zugetraut hätte.

Mehrere Tage widmeten wir uns der Pflege von Langgrasflächen. Besonders interessant war dabei, dass ich das Wissen aus dem wenige Tage zuvor besuchten Seminar zu insektenfreundlichen Mähtechniken direkt in der Praxis anwenden konnte. Durch angepasste und schonende Mähweisen können Lebensräume und Rückzugsorte für Insekten besser erhalten werden. Dabei durfte ich verschiedene Geräte, unter anderem einen Balkenmäher, selbst ausprobieren und bedienen. Gerade die Verbindung von Theorie und Praxis war für mich besonders lehrreich. Auch in der Gärtnerei wurde ich vom ersten Tag an herzlich aufgenommen und habe mich bis zum Ende meines FÖJs als Teil des Teams gefühlt. Obwohl ich überwiegend dort eingesetzt war, konnte ich durch bereichsübergreifende Arbeiten viele Einblicke in die anderen Bereiche des städtischen Bauhofs gewinnen.

Wo aus Ideen Zukunftsprojekte werden

Auch im Rathaus durfte ich an vielen spannenden Themen mitarbeiten. Gemeinsam mit der ARGE Donaumoos fanden Meetings rund um den Moor- und Klimaschutz statt. Dabei recherchierte ich unter anderem zur Wiedervernässung von Mooren und beschäftigte mich mit deren Bedeutung für den Klima- und Naturschutz.

Ein weiteres interessantes Thema war der mögliche Einsatz von Lastenrädern im kommunalen Bereich. Durch unser Engagement sind wir eine von wenigen Modellkommunen in ganz Deutschland. Außerdem arbeitete ich an einer Gefährdungsbeurteilung für den Taubenwart. Dazu gehörten die Besichtigung des Taubenschlags am Dossenbergerhof sowie des Eulenturms.

Regelmäßig nahm ich außerdem an Videokonferenzen mit der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundliche Kommune teil. Besonders abwechslungsreich war für mich ein Tagesseminar in Landshut zum Thema "Lebendiges Stadtgrün: Praxis der insektenfreundlichen Mähtechniken". Dort wurden verschiedene Fachvorträge gehalten und anschließend unterschiedliche Mähwerke vorgestellt, bei denen Aspekte des Arten- und Insektenschutzes im Mittelpunkt standen.

Besonders beeindruckt hat mich, wie selbstverständlich ich in die unterschiedlichsten Projekte eingebunden und zu Ortsterminen sowie Meetings mitgenommen wurde. Ich habe mich dabei nicht nur als Zuschauer gefühlt, sondern durfte wirklich mitdenken und mitarbeiten. Gleichzeitig erhielt ich einen spannenden Einblick in die Abläufe einer kommunalen Verwaltung und konnte viele Zusammenhänge besser verstehen. 

Ein Jahr, das mich geprägt hat

Wenn ich heute auf dieses Jahr zurückblicke, kann ich kaum glauben, wie viel ich erlebt habe. Ich durfte hinter die Kulissen unterschiedlichster Arbeitsbereiche schauen, unglaublich viele Menschen kennenlernen und jede Menge neues Wissen sammeln. Viele Erfahrungen werden mich noch lange begleiten und mir bestimmt im späteren Berufsleben zugutekommen. Vor allem aber habe ich mich persönlich weiterentwickelt. Besonders mein Selbstvertrauen ist in diesem Jahr deutlich gewachsen. 

Vor einem Jahr stand ich vor der Entscheidung, ein Freiwilliges Ökologisches Jahr bei der Stadt Günzburg zu beginnen. Heute kann ich mit voller Überzeugung sagen: Es war genau die richtige Entscheidung. Ich bin unglaublich froh, diesen Schritt gewagt zu haben. Ich werde auf dieses vielseitige und erlebnisreiche Jahr noch lange zurückblicken und mich mit viel Dankbarkeit und ein wenig Nostalgie an diese besondere Zeit erinnern. Auch die Stadt Günzburg werde ich beruflich auf jeden Fall im Hinterkopf behalten, da ich hier viele wertvolle Einblicke und Erfahrungen sammeln durfte.

Einen Tag lang die Arbeit von Baumkletterern begleiten. Foto: Annalena Riß/Stadt Günzburg

Einen Tag lang die Arbeit von Baumkletterern begleiten. Foto: Annalena Riß/Stadt Günzburg

In Herrenberg wurde eine Waldweide mit Galloway-Rindern besichtigt. Foto: Annalena Riß/Stadt Günzburg

In Herrenberg wurde eine Waldweide mit Galloway-Rindern besichtigt. Foto: Annalena Riß/Stadt Günzburg

Mit dem Gieß-Planenwagen im Stadtverkehr zu fahren ist eine  ungewohnte Erfahrung. Foto: Annalena Riß/Stadt Günzburg

Mit dem Gieß-Planenwagen im Stadtverkehr zu fahren ist eine ungewohnte Erfahrung. Foto: Annalena Riß/Stadt Günzburg


27.05.2026

Mein FÖJ - Die zweite Hälfte hat begonnen

Kaum zu glauben, aber neun Monate meines FÖJ sind schon vorbei und die letzten Wochen stehen bevor. Die vergangenen Monate vergingen wie im Flug und werden mir sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben.

FÖJ verbindet

Mein viertes Seminar im FÖJ führte mich nach Neukirchen bei Nürnberg – eine Woche mitten im Wald, weit weg von Straßenlärm und Trubel. In der felsigen Landschaft war fast nur das vielfältige Vogelgezwitscher zu hören. Passend dazu beschäftigten wir uns mit Vogelstimmen, Wildbienen und Wildkräutern. Aus den gesammelten Wildkräutern kochten wir gemeinsam und stellten sogar eigene Naturkosmetik her. Interessant war auch eine Waldführung mit einem dort zuständigen Förster, der uns viel über die lokalen Forststrukturen erzählte. Gerade die Kombination aus theoretischen Inhalten und praktischen Anwendungen machte die Themen besonders verständlich und greifbar.

Mitte Juli folgt das Abschlussseminar am Ammersee. Rückblickend waren die Seminare durch die vielen sozialen Interaktionen zwar oft anstrengend, aber gleichzeitig auch sehr wertvoll für das FÖJ. Es tat gut, sich mit gleichaltrigen FÖJ-lern aus ganz Bayern auszutauschen. Dabei lernte ich nicht nur die unterschiedlichen Einsatzstellen und Aufgaben kennen, sondern auch Menschen, die dieselben Interessen und ähnliche Einstellungen teilen – das hat uns schnell verbunden. Besonders schön war es, eine Gruppe zu haben, mit der man über Erfahrungen und Gefühle rund um die FÖJ-Zeit sprechen konnte.

Rathaus – immer neue und spannende Projekte

Im Rathaus reihten sich in den vergangenen Monaten viele spannende Projekte aneinander. Zusätzlich standen die Neuwahlen des Stadtrates und des Oberbürgermeisters an. Auch dabei war ich aktiv beteiligt: Ich half bei der Briefwahlauszählung sowie bei der offiziellen und internen Verabschiedung unseres Oberbürgermeisters beim Aufbau und an der Garderobe.

Gerade im Bereich Öffentlichkeitsarbeit konnte ich viele neue praktische Erfahrungen sammeln. Dazu gehörten unter anderem die Mitwirkung an einem Werbevideo zum Thema Carsharing in Günzburg, Zeitungsartikel zur Ausschreibung des nächsten FÖJ-Platzes sowie eine Bäckertütenaktion zum Thema gegenseitige Rücksichtnahme in Günzburg. Meine Aufgaben reichten vom Erstellen einer Präsentation für den Klimabeirat bis hin zu Besichtigungsterminen städtischer Parkanlagen gemeinsam mit den Kollegen aus dem Bereich „Grün“.

Forst und Gärtnerei

Besonders im Forst und in der Gärtnerei wurde der Wechsel der Jahreszeiten deutlich sichtbar, was sich auch in den Aufgaben bemerkbar machte. Im Herbst und Winter drehte sich im Forst vieles um die Holzernte und -vermarktung. Im Frühling waren wir dagegen mit Nachpflanzungen auf den Forstflächen beschäftigt, natürlich per Hand, sowie mit dem Bau von Schutzzäunen rund um diese Bereiche. Neben der Eichenbiotopkartierung war ich auch bei jährlich wiederkehrenden Aktionen wie dem Maibaumverkauf im Wald vor Ort dabei.

In der Gärtnerei half ich intensiv bei der Beet-Pflege und beim Einpflanzen neuer Sträucher und Blumen. Zwischendurch besorgten wir immer wieder Pflanzutensilien und führten Baumkontrollen durch. Besonders faszinierend fand ich es, das Wachstum der Blumenzwiebeln und Sprösslinge zu beobachten, die wir im Winter hochgezogen und eingetopft hatten, um diese später im gesamten Stadtgebiet einzusetzen.

Mein Fazit: Es war faszinierend, den Zyklus von Pflanzen und Bäumen sowie ihre Pflege über die Jahreszeiten hinweg so bewusst begleiten zu können. Eine einmalige Gelegenheit und eine unglaublich wertvolle Erfahrung.

Eine Bäckertütenaktion zum Thema gegenseitige Rücksichtnahme in Günzburg habe ich während meines FÖJ begleitet. Foto: Michael Lindner/Stadt Günzburg

Eine Bäckertütenaktion zum Thema gegenseitige Rücksichtnahme in Günzburg habe ich während meines FÖJ begleitet. Foto: Michael Lindner/Stadt Günzburg

Eines meiner Seminare führte mich nach Neukirchen bei Nürnberg. Foto: Annalena Riß/Stadt Günzburg

Eines meiner Seminare führte mich nach Neukirchen bei Nürnberg. Foto: Annalena Riß/Stadt Günzburg

Tierisch schöne Begegnungen gibt es auch mal im Bereich Forst und Gärtnerei. Foto: Stadt Günzburg

Tierisch schöne Begegnungen gibt es auch mal im Bereich Forst und Gärtnerei. Foto: Stadt Günzburg


28. Februar 2026

Halbzeit meines FÖJ

Neben dem Arbeitsalltag im Rathaus, im Forst und in der Gärtnerei standen im zweiten Quartal erneut Seminare, besondere Veranstaltungen und viele neue Projekte an, die mir mein FÖJ noch einmal aus einer ganz anderen Perspektive gezeigt haben.

Seminare & Austausch – Weiterbildung außerhalb des Arbeitsplatzes

Ein wichtiger Bestandteil des FÖJ sind die begleitenden Seminare. Angefangen mit dem Einführungsseminar, gefolgt von drei Zwischenseminaren und abgerundet durch das Abschlussseminar, wird das FÖJ auch vom BDKJ als Träger begleitet und mitgestaltet. Besonders schön dabei ist die Möglichkeit, neue Orte und Landschaften in ganz Bayern kennenzulernen, denn jedes Seminar findet in einer anderen Einrichtung statt.

So hat es mich in den letzten Monaten nach Herrsching am Ammersee, Dinkelscherben, Bernbeuren und demnächst nach Neukirchen verschlagen. Jeweils fünf Tage verbringt man dort gemeinsam mit rund 25 anderen FÖJlern sowie den Teamern des BDKJ und beschäftigt sich intensiv mit natur- und umweltbezogenen Themen. Gleichzeitig bleibt genügend Freizeit, die man mit Spielen, Gesprächen oder auch einfach mit Ruhe und Erholung füllen kann.

Wichtig ist, dass die behandelten Themen nicht ausschließlich vorgegeben werden, sondern wir als FÖJler die Seminare aktiv nach unseren Wünschen, Interessen und eigenen Beiträgen mitgestalten können. Deshalb habe ich im zweiten Quartal auch an der Seminarvorbereitung beim BDKJ in München teilgenommen.

In den vergangenen Seminaren beschäftigten wir uns unter anderem mit klimafreundlicher Ernährung, Biodiversität und Resilienz in Krisenzeiten – nicht nur theoretisch, sondern auch ganz praktisch. Besonders wertvoll ist für mich jedes Mal der Austausch mit den anderen FÖJlern. Da wir in sehr unterschiedlichen Einrichtungen tätig sind und aus verschiedenen beruflichen Richtungen kommen, ist es immer spannend zu erfahren, welche Aufgaben sie übernehmen und welche Erfahrungen sie sammeln. Gerade bei spezifischen Themen oder Herausforderungen, die im Laufe des FÖJs auftreten, kann man sich dort mit Gleichgesinnten austauschen und gegenseitig unterstützen.

Wenn es das Wetter zulässt, verbringen wir möglichst viel Zeit draußen in der Natur. Für mich persönlich ist das eine gute Möglichkeit, Gedanken zu ordnen und neue Ideen zu entwickeln.

Rathaus – Organisation, Planung und Öffentlichkeit

Die Wochen im Rathaus waren geprägt von Themen rund um die Fahrradstadt, das Baukataster, Baumpflanzungen, die Planung der Landesgartenschau, Carsharing in Günzburg sowie einem zentralen Projekt im Bereich der Wärmewende – eine Hackschnitzelanlage mit angeschlossenem Wärmenetz. Ein Highlight war die Teilnahme am eea-Kommunentreffen in Buchloe. Der European Energy Award ist ein Programm, das Gemeinden dabei unterstützt, ihre Energie- und Klimaschutzmaßnahmen systematisch zu verbessern und auszeichnen zu lassen. Nach verschiedenen spannenden Vorträgen wurde Günzburg als Gold-Kommune ausgezeichnet. Ich durfte als einer der Vertreter für Günzburg an der Auszeichnung teilnehmen – eine besondere Erfahrung.

Forst – Winterzeit, Organisation und Zusammenarbeit

Auch im Forst war ich bei für mich völlig neuen Aufgaben dabei, zum Beispiel bei Fällungen und der Auslieferung städtischer Weihnachtsbäume, bei der Holzversteigerung in Reisensburg oder bei der umfangreichen Holzernte.

Dort unterstützte ich bei der Beschilderung, Beschriftung und Digitalisierung der zusammengestellten Holzpolter. Besonders interessant war für mich, den Förster bei der Organisation und Koordination der Abläufe begleiten zu dürfen und später die konkrete Umsetzung und die praktischen Ergebnisse dieser Planung mitzuerleben.

Gärtnerei – Winterpflege und Verkehrssicherheit

In der Gärtnerei standen auch im Winter weiterhin praktische Arbeiten im Mittelpunkt. Dazu gehörten Baumpflanzungen, das Absperren bei Baumfällungen im öffentlichen Raum sowie die Pflege von Winterbeeten. Zudem war ich bei Begehungen zur Einschätzung von Baumkatastermaßnahmen beteiligt. Gerade die auch nur kurze Reflektion nach einem Arbeitstag in der Gärtnerei, lässt mich jeden Tag mit einem guten Gefühl über unsere Arbeit abschließen.

Oder wie ein Gärtner-Kollege sagen würde: „Man sieht, dass wir da warn!“

Rückblick auf das zweite Viertel meines FÖJ

Meine Aufgaben und Schwerpunkte verändern sich stetig. Neue Themen, wachsende Verantwortung und immer wieder neue Perspektiven machen dieses Jahr für mich besonders wertvoll. Ich merke, wie ich sicherer werde, sich Routinen entwickeln und ich zunehmend selbstständiger arbeiten kann.

 

13. November 2025

Mein Start ins FÖJ – Die ersten drei Monate

Hallo, mein Name ist Annalena, ich bin 18 Jahre alt und habe vergangenes Jahr mein Fachabitur abgeschlossen. Während meiner Schulzeit habe ich mehrere Langzeitpraktika absolviert, die mir wertvolle Einblicke in die Berufswelt ermöglichten. Trotzdem rückten die Prüfungen immer näher – und ich wusste immer noch nicht, welchen Weg ich danach einschlagen möchte. Klischeehaft wollte ich mir ein Jahr Zeit nehmen, um genau das herauszufinden. Work and Travel oder eigenständiges Jobben kamen für mich jedoch wegen der damit verbundenen Unsicherheiten nicht infrage. Auf dem Land aufgewachsen, mit vielen Berührungspunkten zu Gärtnern, Wald und Jagd, wurde meine Entscheidung für das FÖJ zunehmend klarer.

Das FÖJ kennen viele gar nicht. Doch für junge Menschen, die nicht nur sozial arbeiten möchten, sondern sich auch für Natur, Umwelt und Klima interessieren, kann es eine einmalige Erfahrung sein – so auch für mich.

Als ich im Herbst mein FÖJ begann, wusste ich zwar grob, was mich erwartet: Natur, Nachhaltigkeit, praktische Tätigkeiten und Büroarbeit. Aber wie viel Abwechslung und Verantwortung tatsächlich auf mich zukommen würden, hat mich überrascht. Die ersten Wochen fühlten sich an wie ein Sprung ins kalte Wasser – im positiven Sinne: aufregend, neu und voller Eindrücke.

Ich arbeite bei der Stadt Günzburg in drei sehr unterschiedlichen Bereichen: im Rathaus (Bereich Umwelt, Klima und Grün), im Forst und in der Gärtnerei. Genau diese Mischung macht meinen Alltag unglaublich abwechslungsreich – und manchmal auch herausfordernd.

Rathaus - Mehr Verantwortung als ich erwartet habe

Im Rathaus tauche ich in eine Welt ein, die man von außen kaum wahrnimmt: Organisation, Planung und unzählige Gespräche, aus denen später sichtbare Projekte entstehen.

Schon im ersten Quartal war ich bei verschiedensten internen und externen Terminen dabei – von Meetings mit Vorsitzenden unterschiedlicher Vereinigungen, über die Planungen rund um die Landesgartenschau 2029, bis hin zur Besichtigung der städtischen Kraft-Wärme-Anlage.

Spannend waren außerdem Projekte wie die Begleitung eines PV-Workshops, ein nachhaltiges Filmprojekt oder die umfangreiche STADTRADEL-Aktion.

Dazu kommt viel selbstständige Arbeit am PC: recherchieren, fotografieren, Präsentationen erstellen und Auswertungen vorbereiten. Anfangs war es ungewohnt, so schnell so viel Verantwortung zu übernehmen. Doch ich habe schnell gemerkt, wie viel Vertrauen mir entgegengebracht wird – und genau das motiviert mich jeden Tag.

Forst – draußen sein, anpacken und verstehen, wie ein Wald funktioniert

Der Forst ist das komplette Gegenteil zum Büroalltag – und genau das begeistert mich. Hier geht es um Natur, Wetter, körperliche Arbeit und einen geschärften Blick für Details.

Ich unterstütze den Förster und die Forstwirte bei Aufgaben wie Baumkartierungen, dem Überprüfen befallener oder gefährdeter Bäume, Absperrungen bei Fällungen und der Kontrolle neuer Pflanzungen. Besonders interessant finde ich die Verbindungen bei Projekten zwischen Forst und Rathaus. Die Arbeit im Wald zeigt mir, wie viel Pflege und Aufmerksamkeit nötig sind, damit er stabil bleibt.

Gärtnerei – praktische Arbeit mit sichtbaren Ergebnissen

Die Arbeit in der städtischen Gärtnerei hat ihren ganz eigenen Charakter. Hier geht es um körperliche Arbeit, vielseitige Aufgabenfelder und spannende Einblicke hinter die Kulissen. Und ganz ehrlich: Vor meinem ersten Tag auf dem Bauhof war ich am aufgeregtesten. Unter dem Begriff „Sachgebiet Gärtnerei“ konnte ich mir kaum etwas vorstellen.

Zwar bin ich handwerkliche Tätigkeiten von zu Hause gewöhnt, aber in Vollzeit, in einem städtischen Betrieb und in einer größtenteils männerdominierten Umgebung mitzuarbeiten, ist etwas anderes. Dank der humorvollen und offenen Art meiner Kollegen habe ich mich jedoch schnell willkommen gefühlt. Zusammenhalt und eine gute Stimmung prägen den Arbeitsalltag.

In meiner Zeit bei der Gärtnerei war ich bei Mäharbeiten dabei, beim Schneiden von Baumkronen auf der Hebebühne, beim Eintopfen, bei Biotop-Begehungen und sogar bei einer Baumpflanz-Challenge für die Landesgartenschau. Die Arbeitskleidung in der Farbe Orange muss man allerdings lieben lernen.

Ausblick

Ich bin gespannt, was die nächsten Monate bringen. Neue Projekte stehen an, neue Jahreszeiten – und damit wieder ganz andere Aufgaben.

Mit dem Rad in Günzburg unterwegs - auch im Herbst und Winter. Foto: Michael Lindner/Stadt Günzburg

Mit dem Rad in Günzburg unterwegs - auch im Herbst und Winter. Foto: Michael Lindner/Stadt Günzburg

Günzburg erhält in Buchloe den European Energy Award in Gold - als einzige Kommune in Bayern. Foto: Michael Lindner/Stadt Günzburg

Günzburg erhält in Buchloe den European Energy Award in Gold - als einzige Kommune in Bayern. Foto: Michael Lindner/Stadt Günzburg


Pressemitteilung vom 12. Juni 2025:

Die Stadt Günzburg ist seit Kurzem als Einsatzstelle zur Durchführung eines Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ) anerkannt. Das FÖJ bietet jungen Menschen zwischen 16 und 26 Jahren die Möglichkeit, sich weiterzubilden und sich beruflich zu orientieren, indem ein Jahr lang für Natur-, Umwelt- und Klimaschutz gearbeitet und Erfahrungen gesammelt werden.

Die städtische Klimaschutzmanagerin Daniela Fischer hat bereits Erfahrung mit der Betreuung von FÖJ-lern und sagt: „Es war und ist immer wieder beeindruckend, die Entwicklung von jungen Menschen während des Freiwilligenjahres zu beobachten und zu begleiten. In der Regel ist es eine Win-Win-Situation für die Freiwilligen und die Einsatzstelle.“

Günzburgs Oberbürgermeister Gerhard Jauernig freut sich, dass es ab sofort für junge Menschen möglich ist, bei der Stadt Günzburg einen tiefen Einblick in den spannenden Tätigkeitsbereich des kommunalen Umwelt-, Natur- und Klimaschutzes zu erhalten. „Die jungen Menschen lernen ein ökologisches Berufsfeld kennen und gewinnen wichtige Eindrücke für das Berufsleben. Sie können sich sowohl im Büro als auch bei den praktischen Arbeiten in der Natur aktiv einbringen.“

Das Freiwillige Ökologische Jahr wird sowohl vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV) als auch vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert. Das FÖJ ist Teil einer weltweiten Bewegung, die eine bessere Welt schaffen möchte. Es folgt den Zielen der Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE). Mehr Informationen gibt es unter www.foej-bayern.de

So erreichen Sie uns ... 

Stadtverwaltung Günzburg
Schloßplatz 1
89312 Günzburg

Telefon 08221 903-0
Telefax 08221 903-117
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