Bewerbung für Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) im September 2026
Rahmenbedingungen:
- Führerschein nicht erforderlich
- Unterkunft ausbezahlt
- Verpflegung ausbezahlt
- Volljährigkeit
- gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift
Ort
Schloßplatz 1, 89312 Günzburg
Träger
BDKJ
Tätigkeitsfelder
- Büro & Organsiation
- Print- & Soziale Medien
- Projektarbeit
- Veranstaltungsplanung & -durchführung
- Praktischer Natur- und Umweltschutz
- Praktische Arbeit im Wald
Weitere Infos:
- Unterstützung bei der Planung, Durchführung und Nachbereitung Veranstaltungen im Bereich Klima- und Umweltschutz, wie z.B. Repair Café, FairTrade-Stadt, Erneuerbare Energien, Umsetzung der Wärmeplanung
- Mitarbeit bei der Öffentlichkeitsarbeit (Print- und Soziale Medien)
- Unterstützung bei der Erstellung und Pflege des Baumkatasters
- Hilfe beim Aufbau des Grünkatasters
- Hilfe bei der Strauchpflege, sowie der Anlage und der Pflege von bienen-/insektenfreundlichen Wiesen und Grünanlagen
- Waldarbeit (Kartierungen, Planzungen, etc.)
- u.v.a.m.
Interesse? Interessierte für ein bezahltes FÖJ können sich bei der Ansprechpartnerin der Stadt Günzburg – Klimaschutzmanagerin Daniela Fischer – unter der Telefonnummer 08221/903-189 oder per Mail an klima@rathaus.guenzburg.de wenden.
Freiwilliges Ökologisches Jahr - Blogeintrag
Halbzeit meines FÖJ
Neben dem Arbeitsalltag im Rathaus, im Forst und in der Gärtnerei standen im zweiten Quartal erneut Seminare, besondere Veranstaltungen und viele neue Projekte an, die mir mein FÖJ noch einmal aus einer ganz anderen Perspektive gezeigt haben.
Seminare & Austausch – Weiterbildung außerhalb des Arbeitsplatzes
Ein wichtiger Bestandteil des FÖJ sind die begleitenden Seminare. Angefangen mit dem Einführungsseminar, gefolgt von drei Zwischenseminaren und abgerundet durch das Abschlussseminar, wird das FÖJ auch vom BDKJ als Träger begleitet und mitgestaltet. Besonders schön dabei ist die Möglichkeit, neue Orte und Landschaften in ganz Bayern kennenzulernen, denn jedes Seminar findet in einer anderen Einrichtung statt.
So hat es mich in den letzten Monaten nach Herrsching am Ammersee, Dinkelscherben, Bernbeuren und demnächst nach Neukirchen verschlagen. Jeweils fünf Tage verbringt man dort gemeinsam mit rund 25 anderen FÖJlern sowie den Teamern des BDKJ und beschäftigt sich intensiv mit natur- und umweltbezogenen Themen. Gleichzeitig bleibt genügend Freizeit, die man mit Spielen, Gesprächen oder auch einfach mit Ruhe und Erholung füllen kann.
Wichtig ist, dass die behandelten Themen nicht ausschließlich vorgegeben werden, sondern wir als FÖJler die Seminare aktiv nach unseren Wünschen, Interessen und eigenen Beiträgen mitgestalten können. Deshalb habe ich im zweiten Quartal auch an der Seminarvorbereitung beim BDKJ in München teilgenommen.
In den vergangenen Seminaren beschäftigten wir uns unter anderem mit klimafreundlicher Ernährung, Biodiversität und Resilienz in Krisenzeiten – nicht nur theoretisch, sondern auch ganz praktisch. Besonders wertvoll ist für mich jedes Mal der Austausch mit den anderen FÖJlern. Da wir in sehr unterschiedlichen Einrichtungen tätig sind und aus verschiedenen beruflichen Richtungen kommen, ist es immer spannend zu erfahren, welche Aufgaben sie übernehmen und welche Erfahrungen sie sammeln. Gerade bei spezifischen Themen oder Herausforderungen, die im Laufe des FÖJs auftreten, kann man sich dort mit Gleichgesinnten austauschen und gegenseitig unterstützen.
Wenn es das Wetter zulässt, verbringen wir möglichst viel Zeit draußen in der Natur. Für mich persönlich ist das eine gute Möglichkeit, Gedanken zu ordnen und neue Ideen zu entwickeln.
Rathaus – Organisation, Planung und Öffentlichkeit
Die Wochen im Rathaus waren geprägt von Themen rund um die Fahrradstadt, das Baukataster, Baumpflanzungen, die Planung der Landesgartenschau, Carsharing in Günzburg sowie einem zentralen Projekt im Bereich der Wärmewende – eine Hackschnitzelanlage mit angeschlossenem Wärmenetz. Ein Highlight war die Teilnahme am eea-Kommunentreffen in Buchloe. Der European Energy Award ist ein Programm, das Gemeinden dabei unterstützt, ihre Energie- und Klimaschutzmaßnahmen systematisch zu verbessern und auszeichnen zu lassen. Nach verschiedenen spannenden Vorträgen wurde Günzburg als Gold-Kommune ausgezeichnet. Ich durfte als einer der Vertreter für Günzburg an der Auszeichnung teilnehmen – eine besondere Erfahrung.
Forst – Winterzeit, Organisation und Zusammenarbeit
Auch im Forst war ich bei für mich völlig neuen Aufgaben dabei, zum Beispiel bei Fällungen und der Auslieferung städtischer Weihnachtsbäume, bei der Holzversteigerung in Reisensburg oder bei der umfangreichen Holzernte.
Dort unterstützte ich bei der Beschilderung, Beschriftung und Digitalisierung der zusammengestellten Holzpolter. Besonders interessant war für mich, den Förster bei der Organisation und Koordination der Abläufe begleiten zu dürfen und später die konkrete Umsetzung und die praktischen Ergebnisse dieser Planung mitzuerleben.
Gärtnerei – Winterpflege und Verkehrssicherheit
In der Gärtnerei standen auch im Winter weiterhin praktische Arbeiten im Mittelpunkt. Dazu gehörten Baumpflanzungen, das Absperren bei Baumfällungen im öffentlichen Raum sowie die Pflege von Winterbeeten. Zudem war ich bei Begehungen zur Einschätzung von Baumkatastermaßnahmen beteiligt. Gerade die auch nur kurze Reflektion nach einem Arbeitstag in der Gärtnerei, lässt mich jeden Tag mit einem guten Gefühl über unsere Arbeit abschließen.
Oder wie ein Gärtner-Kollege sagen würde: „Man sieht, dass wir da warn!“
Rückblick auf das zweite Viertel meines FÖJ
Meine Aufgaben und Schwerpunkte verändern sich stetig. Neue Themen, wachsende Verantwortung und immer wieder neue Perspektiven machen dieses Jahr für mich besonders wertvoll. Ich merke, wie ich sicherer werde, sich Routinen entwickeln und ich zunehmend selbstständiger arbeiten kann.
13. November 2025
Mein Start ins FÖJ – Die ersten drei Monate
Hallo, mein Name ist Annalena, ich bin 18 Jahre alt und habe vergangenes Jahr mein Fachabitur abgeschlossen. Während meiner Schulzeit habe ich mehrere Langzeitpraktika absolviert, die mir wertvolle Einblicke in die Berufswelt ermöglichten. Trotzdem rückten die Prüfungen immer näher – und ich wusste immer noch nicht, welchen Weg ich danach einschlagen möchte. Klischeehaft wollte ich mir ein Jahr Zeit nehmen, um genau das herauszufinden. Work and Travel oder eigenständiges Jobben kamen für mich jedoch wegen der damit verbundenen Unsicherheiten nicht infrage. Auf dem Land aufgewachsen, mit vielen Berührungspunkten zu Gärtnern, Wald und Jagd, wurde meine Entscheidung für das FÖJ zunehmend klarer.
Das FÖJ kennen viele gar nicht. Doch für junge Menschen, die nicht nur sozial arbeiten möchten, sondern sich auch für Natur, Umwelt und Klima interessieren, kann es eine einmalige Erfahrung sein – so auch für mich.
Als ich im Herbst mein FÖJ begann, wusste ich zwar grob, was mich erwartet: Natur, Nachhaltigkeit, praktische Tätigkeiten und Büroarbeit. Aber wie viel Abwechslung und Verantwortung tatsächlich auf mich zukommen würden, hat mich überrascht. Die ersten Wochen fühlten sich an wie ein Sprung ins kalte Wasser – im positiven Sinne: aufregend, neu und voller Eindrücke.
Ich arbeite bei der Stadt Günzburg in drei sehr unterschiedlichen Bereichen: im Rathaus (Bereich Umwelt, Klima und Grün), im Forst und in der Gärtnerei. Genau diese Mischung macht meinen Alltag unglaublich abwechslungsreich – und manchmal auch herausfordernd.
Rathaus - Mehr Verantwortung als ich erwartet habe
Im Rathaus tauche ich in eine Welt ein, die man von außen kaum wahrnimmt: Organisation, Planung und unzählige Gespräche, aus denen später sichtbare Projekte entstehen.
Schon im ersten Quartal war ich bei verschiedensten internen und externen Terminen dabei – von Meetings mit Vorsitzenden unterschiedlicher Vereinigungen, über die Planungen rund um die Landesgartenschau 2029, bis hin zur Besichtigung der städtischen Kraft-Wärme-Anlage.
Spannend waren außerdem Projekte wie die Begleitung eines PV-Workshops, ein nachhaltiges Filmprojekt oder die umfangreiche STADTRADEL-Aktion.
Dazu kommt viel selbstständige Arbeit am PC: recherchieren, fotografieren, Präsentationen erstellen und Auswertungen vorbereiten. Anfangs war es ungewohnt, so schnell so viel Verantwortung zu übernehmen. Doch ich habe schnell gemerkt, wie viel Vertrauen mir entgegengebracht wird – und genau das motiviert mich jeden Tag.
Forst – draußen sein, anpacken und verstehen, wie ein Wald funktioniert
Der Forst ist das komplette Gegenteil zum Büroalltag – und genau das begeistert mich. Hier geht es um Natur, Wetter, körperliche Arbeit und einen geschärften Blick für Details.
Ich unterstütze den Förster und die Forstwirte bei Aufgaben wie Baumkartierungen, dem Überprüfen befallener oder gefährdeter Bäume, Absperrungen bei Fällungen und der Kontrolle neuer Pflanzungen. Besonders interessant finde ich die Verbindungen bei Projekten zwischen Forst und Rathaus. Die Arbeit im Wald zeigt mir, wie viel Pflege und Aufmerksamkeit nötig sind, damit er stabil bleibt.
Gärtnerei – praktische Arbeit mit sichtbaren Ergebnissen
Die Arbeit in der städtischen Gärtnerei hat ihren ganz eigenen Charakter. Hier geht es um körperliche Arbeit, vielseitige Aufgabenfelder und spannende Einblicke hinter die Kulissen. Und ganz ehrlich: Vor meinem ersten Tag auf dem Bauhof war ich am aufgeregtesten. Unter dem Begriff „Sachgebiet Gärtnerei“ konnte ich mir kaum etwas vorstellen.
Zwar bin ich handwerkliche Tätigkeiten von zu Hause gewöhnt, aber in Vollzeit, in einem städtischen Betrieb und in einer größtenteils männerdominierten Umgebung mitzuarbeiten, ist etwas anderes. Dank der humorvollen und offenen Art meiner Kollegen habe ich mich jedoch schnell willkommen gefühlt. Zusammenhalt und eine gute Stimmung prägen den Arbeitsalltag.
In meiner Zeit bei der Gärtnerei war ich bei Mäharbeiten dabei, beim Schneiden von Baumkronen auf der Hebebühne, beim Eintopfen, bei Biotop-Begehungen und sogar bei einer Baumpflanz-Challenge für die Landesgartenschau. Die Arbeitskleidung in der Farbe Orange muss man allerdings lieben lernen.
Ausblick
Ich bin gespannt, was die nächsten Monate bringen. Neue Projekte stehen an, neue Jahreszeiten – und damit wieder ganz andere Aufgaben.
Pressemitteilung vom 12. Juni 2025:
Die Stadt Günzburg ist seit Kurzem als Einsatzstelle zur Durchführung eines Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ) anerkannt. Das FÖJ bietet jungen Menschen zwischen 16 und 26 Jahren die Möglichkeit, sich weiterzubilden und sich beruflich zu orientieren, indem ein Jahr lang für Natur-, Umwelt- und Klimaschutz gearbeitet und Erfahrungen gesammelt werden.
Die städtische Klimaschutzmanagerin Daniela Fischer hat bereits Erfahrung mit der Betreuung von FÖJ-lern und sagt: „Es war und ist immer wieder beeindruckend, die Entwicklung von jungen Menschen während des Freiwilligenjahres zu beobachten und zu begleiten. In der Regel ist es eine Win-Win-Situation für die Freiwilligen und die Einsatzstelle.“
Günzburgs Oberbürgermeister Gerhard Jauernig freut sich, dass es ab sofort für junge Menschen möglich ist, bei der Stadt Günzburg einen tiefen Einblick in den spannenden Tätigkeitsbereich des kommunalen Umwelt-, Natur- und Klimaschutzes zu erhalten. „Die jungen Menschen lernen ein ökologisches Berufsfeld kennen und gewinnen wichtige Eindrücke für das Berufsleben. Sie können sich sowohl im Büro als auch bei den praktischen Arbeiten in der Natur aktiv einbringen.“
Das Freiwillige Ökologische Jahr wird sowohl vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV) als auch vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert. Das FÖJ ist Teil einer weltweiten Bewegung, die eine bessere Welt schaffen möchte. Es folgt den Zielen der Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE). Mehr Informationen gibt es unter www.foej-bayern.de