Günzburg gedenkt verfemter Literaten

Lesung am Freitag, 5. Mai, in der Stadtbücherei

Am 10. Mai 1933 wurden in vielen deutschen Städten Bücher dem Feuer übergeben, die von den Nazis – systematisch zusammengetragen – als „undeutsch“ bewertet, zensiert und verboten wurden. Zu diesen Autoren zählten Schriftstellergrößen wie Bertholt Brecht, Erich Kästner, Heinrich Mann, Kurt Tucholsky und John Dos Passos. Sie galten in der NS-Zeit als verfemt, wurden vertrieben und im schlimmsten Fall sogar ermordet.


In Erinnerung dieser Ereignisse sowie in Gedenken an die verbotenen und verfolgten Autoren dieser Zeit veranstaltet die Stadtbücherei Günzburg am Freitag, 5. Mai, wieder die Lesung „Verfemten Literaten eine Stimme geben“. Literaturfreunde können in der Bücherei jeweils fünf Minuten selbstgewählte Passagen aus Werken der verfemten Schriftsteller lesen. Beginn der Veranstaltung ist um 19 Uhr.


„Auch 84 Jahre nach diesem einen von so vielen unseligen Tagen in der deutschen Geschichte wollen wir die zahlreichen Schriftsteller, die durch die Nationalsozialisten diffamiert oder gar getötet wurden, nicht vergessen“, betont Büchereichefin Angelika Gathemann-Schnelle. Auch in der Gegenwart würden Schriftsteller und Autoren verfolgt und zensiert – sogar in Europa. „Deshalb ist es umso wichtiger, die Erinnerung an diese wichtigen Autoren und ihre Biographien wachzuhalten.“


Einschlägige Bücher und eine Liste, in die sich Vorleser und Vorleserinnen eintragen können, liegen in der Stadtbücherei bereit. „Natürlich freuen wir uns auch über interessierte Zuhörer, die auf diese Weise ein Zeichen setzen wollen“, sagt Gathemann-Schnelle.