Ein langer Schatten

Zeittafel

Josef Mengele, seine Familie und Günzburg

Die folgende chronologische Auflistung stellt die wechselseitigen Beziehungen zwischen Josef Mengele, seiner Familie, der Landmaschinenfabrik und der Stadt Günzburg in Auswahl dar.

1872
Gründung der Eisenlauer'schen Maschinenwerkstätte im „Sternwinkel“

20.03.1884
Karl Mengele sen. * in Höchstädt/Donau

1907
Übernahme der o. a. Firma durch Karl Mengele und einen Teilhaber

16.03.1911
Josef Mengele * in Günzburg

20.07.1912
Karl Mengele jun. * in Günzburg (+ 26.12.1949)

30.01.1914
Alois Mengele * in Günzburg

1930
Josef Mengele legt in Günzburg die Reifeprüfung ab

02.08.1933 – 25.04.1945
Karl Mengele sen. Mitglied des Günzburger Stadtrates

Sommer 1945
Josef Mengele hält sich in der Umgebung von Günzburg versteckt.

Sommer 1946
Karl Mengele jun. besucht seinen Bruder Josef auf dem Lechnerhof in Mangolding. Josef Mengele verdingt sich dort bis August 1948 als Knecht.

20.06.1949
Josef Mengele kommt in Buenos Aires an.

31.10.1951
Benennung der "Karl-Mengele-Straße" durch den Gemeinderat Denzingen "in dankbarer Würdigung der hervorragenden Verdienste des Herrn Mengele um die Gemeinde beim Fliegerangriff am 12.09.1944."

1952
80 Jahre Maschinenfabrik; Goldene Bürgermedaille für Karl Mengele

30.03.1952 – 21.06.1955
Karl Mengele Mitglied des Günzburger Stadtrates

06.05.1952 – 21.06.1955
Karl Mengele 2. Bürgermeister der Stadt Günzburg

Anfang 1956
Nach einem Skiurlaub in der Schweiz, bei der er seinen Sohn Rolf traf, hielt sich Josef Mengele vermutlich für kurze Zeit in Günzburg auf.

13.09.1956
Auszug aus dem Sitzungsprotokoll des Stadtrats Günzburg: „Dem Fabrikanten, Herrn Ing. Karl Mengele, wird aus Anlaß der Einweihung der ‚Karl und Wally Mengele-Siedlung‘ in Anerkennung seiner hervorragenden Verdienste auf wirtschaftlichem, sozialem und kommunalem Gebiet das Ehrenbürgerrecht der Stadt Günzburg verliehen.“

01.03.1957
Auszug aus dem Sitzungsprotokoll des Stadtrats Günzburg: "Der Stadtrat nimmt von der hochherzigen Schenkung des Ehrenbürgers Karl Mengele in Höhe von DM 30.000,-- zugunsten der Errichtung eines städtischen Volksbades Kenntnis und spricht hierfür dem Spender Dank und Anerkennung aus."

25.02.1959
Erster Haftbefehl der Staatsanwaltschaft Freiburg i.Br. gegen Josef Mengele

17.11.1959
Karl Mengele +

23.07.1961
Mitarbeiter der Firma Karl Mengele & Söhne enthüllen in der o. a. Wohnsiedlung einen Gedenkstein. Das darauf angebrachte Bronzerelief zeigt das Porträt des Firmengründers und seiner Ehefrau Wally. 

30.01.1964
Aus Anlaß seines 50. Geburtstages schenkt der Fabrikant Alois Mengele der Stadt Günzburg einen Kindergarten samt dazu notwendigem Grundstück.
Er bittet in der Schenkungs-Urkunde darum, dem Kindergarten den Namen „Ruth-Mengele-Kindergarten“ zu geben.

07.07.1964
Der „Bild“–Redakteur Willy Schwandes recherchiert in Günzburg.

06.06.1966
Auszug aus dem Sitzungsprotokoll des Günzburger Stadtrates: "In dankbarer Anerkennung wird dem Stifter des 'Ruth-Mengele Kindergartens', Herrn Fabrikanten Alois Mengele, die Goldene Bürgermedaille verliehen."

09.07.1966
Einweihung des „Ruth-Mengele-Kindergartens“

20.03.1972
Auszug aus dem Sitzungsprotokoll des Günzburger Stadtrates: "Dem Fabrikanten Alois Mengele wird aus Anlaß des 100jährigen Jubiläums der Firma Karl Mengele & Söhne in Anerkennung seiner hervorragenden Verdienste auf wirtschaftlichem, sozialem und kommunalem Gebiet das Ehrenbürgerrecht der Stadt Günzburg verliehen."

1972
Schenkung des Ehrenbürgers Alois Mengele in Höhe von DM 50.000,-- zugunsten der Errichtung einer neuen Sporthalle.

02.02.1974
Alois Mengele +

13.04.1976
Ruth Mengele +

07.02.1979
Josef Mengele +

14.05.1980
Auszug aus dem Sitzungsprotokoll des Günzburger Stadtrates: Die Erschließungsstraße [zum Werk V der Landmaschinenfabrik] erhält zum Gedenken an den verstorbenen Ehrenbürger der Stadt Günzburg den Namen "Alois-Mengele-Straße".

23.11.1982
Informationsstand von Hanne Hiob zum Thema ‚Josef Mengele‘ in Günzburg

30.01.1983
Sondersitzung des Günzburger Stadtrates mit einer Rede von Oberbürgermeister Dr. Rudolf Köppler: "Der Aufbruch ins Verhängnis" (siehe Literatur)

23.01.1985
Der Nazi-Jäger Tuviah Friedmann demonstriert in Günzburg.

Februar 1985
Nach dem Mengele-Tribunal in der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem rückt der KZ-Arzt (und damit auch sein Geburtsort) in den Mittelpunkt des Medieninteresses. Dutzende von Zeitungsreportern und TV-Teams interviewen OB Dr. Köppler und berichten aus Günzburg. 

18.02.1985
Daily Express: „The Town where Dr Death still casts his evil shadow“

14.03.1985
Parlamentarische Anfrage der Bundestagsabgeordneten Petra Kelly, einer gebürtigen Günzburgerin, zum Fall 'Josef Mengele' 

23.03.1985
Bild-Zeitung: „Petra Kelly jagt Mengele“

31.05.1985
Hausdurchsuchung und Entdeckung von Beweismaterial bei einem Vertrauten der Familie in Günzburg, der jahrelang nach Südamerika gefahren war und so den Kontakt zu Josef Mengele aufrechterhalten hatte.

05.06.1985
Exhumierung der Leiche Josef Mengeles in Embu/Brasilien