Agenda-Preis 2018 verliehen

Agenda-Preis 2018 verliehen Lokale Agenda 21 vergibt Auszeichnung zum dreizehnten Mal
Die Auszeichnung 2018 für energetisch vorbildliches Bauen überreichte Oberbürgermeister Gerhard Jauernig an Dr. Kristoff Jäckle, Michaela und Max. Mit dem Preisträger freuen sich Energieberaterin Petra Kühner, Hans-Jürgen Hartsch und AK-Sprecher Werner Hensel sowie der Architekt Martin Endhardt und die Agenda-Beauftragte der Stadt, Christine Hengeler, über die fachlich fundierte und energetisch hervorragende Altbausanierung. Foto: Roman Holl/ Stadt Günzburg.

Lokale Agenda 21 vergibt Auszeichnung zum dreizehnten Mal

Der Agenda-Preis 2018 ist vergeben. Der Arbeitskreis Bauen, Wohnen und Energie der Lokalen Agenda 21 hat Dr. Kristoff Jäckle für die energetische Sanierung eines Dreifamilienhauses in Günzburg den Agenda-Preis 2018 verliehen. Der Agenda-Preis der Stadt Günzburg wird jährlich ausgeschrieben und für energetisch vorbildhafte Neubauten, Sanierungen oder anderweitige Maßnahmen am Gebäude vergeben. Im Beisein der Mitglieder des Agenda-Arbeitskreises übergab Oberbürgermeister Gerhard Jauernig den mit 500 Euro dotierten Preis.

Einig waren sich die Mitglieder des Arbeitskreises über die fachlich sehr fundierte Ausführung, gerade was die Erker, die Balkone und das Walmdach anbelangt, wo handwerkliches Können und fachliches Wissen durchaus gefragt sind. Die konsequente Dämmung aller Bauteile, die Wärme abführen können und der Einbau von dezentralen Lüftungsgeräten sind nach Meinung der Experten im Arbeitskreis überzeugend und ein absolutes Muss. 20 Quadratmeter Röhrenkollektoren auf dem Dach sorgen für Warmwasser und liefern gerade in der Übergangszeit Wärme fürs Haus. Reicht die Sonne nicht aus, wird mit Erdgas und umweltschonendem Brennwertkessel die nötige Energie bereitgestellt.

Als Musterbeispiel einer professionellen energetischen Sanierung lobt Arbeitskreis-Sprecher Werner Hensel das Gebäude und wünscht sich eine Vielzahl dieser Sanierungen für die nächsten Jahre. „Denn nur wenn wir im Kleinen vorausgehen, wird hinsichtlich des – wie man immer mehr sieht – vertrackten Weltklimas noch etwas zu korrigieren oder bremsen sein, daher gilt nach wie vor das althergebrachte aber stets aktuelle Agenda-Motto ‚Global denken – lokal handeln‘“, so Hensel in seiner Lobrede auf die Sanierung.

Oberbürgermeister Gerhard Jauernig zeigt sich beeindruckt über die gelungene Sanierung eines Gebäudes in toller zentraler Lage: „Alles was modernes Wohnen ausmacht, ist hier verwirklicht: Top energetisch saniert, denn im gut gedämmten und automatisch belüfteten Altbau ist der Wohnkomfort kaum zu übertreffen. Dazu kommt noch – auch auf die Energie bezogen – die Lage. So zentral ist auch für die Mobilität der Bewohner weniger Energie aufzuwenden, vieles an täglichen Besorgungen fußläufig oder leicht mit dem Rad zu erreichen! „Werden diese Häuser saniert“, so der Oberbürgermeister, „können wir auch das Wohnen in der Innenstadt attraktiv halten und weniger Neubauten auf ‚der grünen Wiese‘ und damit erhöhter Flächenverbrauch für das Wohnen sind nötig“.

Nicht zu vergessen ist die sogenannte Graue Energie, die in jedem Werkstoff und in jedem Produkt steckt. „Das ist die gesamte (nicht erneuerbare Primär-) Energie, die durch die Gewinnung und Verarbeitung der Rohstoffe, deren Transport und Entsorgung benötigt wurde bzw. wird. Verschiedenen Studien zufolge wird diese Energiemenge, die bereits in einem Gebäude steckt, stark unterschätzt bzw. bei den energetischen Berechnungen Neubau versus Altbau nicht berücksichtigt“ so die Agenda-Beauftragte Christine Hengeler. „In der Schweiz und in Österreich ist dieses Thema viel stärker im Fokus und damit wird auch die Sanierung von Immobilien sehr viel mehr geschätzt als in Deutschland!“

Ein paar Zahlen zur Verdeutlichung: im dena-Energiereport 2015 ist errechnet, dass alle Gebäude, die vor 1979 in Deutschland errichtet wurden, für ca. 70 % des Wärmenergieverbrauches verantwortlich sind, dies entspricht zwei Drittel unseres Wohngebäudebestandes. Würde man die in den Baustoffen bereits verwendete Energie mit einrechnen, plus der durch die Sanierung eingesparten Energie, kann deutlich mehr Energie eingespart werden als bisher prognostiziert. Diese Gebäude tragen bis zu 90 % des CO2-Ausstosses am Gebäudebestand insgesamt bei, folglich ist auch das CO2-Einsparpotzenzial hier entsprechend hoch.

So ist Oberbürgermeister Jauernig schon gespannt auf die nächste Übergabe des Agenda-Preises: „Die Agenda-Preisverleihung zeigt immer wieder, welcher Charme im Umbau und der Sanierung vorhandener Gebäude liegt, oft natürlich unbewusst unterstützt von der gewachsenen Siedlungsstruktur“, gibt sich der Rathaus-Chef begeistert von den bisher ausgezeichneten Objekten.